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Heger, Christian
Die rechte und die linke Hand der Parodie - Bud Spencer, Terence Hill und ihre Filme

224 S.
viele Abb.
ISBN: 978-3-89472-664-5

Preis: 24,90 €

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In der Nachfolge von Sergio Leones DOLLAR-Trilogie sorgte Mitte der sechziger Jahre der italienische Spaghetti-Western für Endzeitstimmung im angestaubten Wildwestfilm-Genre. Die neuen Helden vom Schlage eines Clint Eastwood, Franco Nero oder Lee Van Cleef waren maulfaule, gewalttätige Pistoleros, die sich mit lakonischem Zynismus ihren Weg durch die Prärie schossen, innerlich wie äußerlich verhärtet und empfindungslos. Als personifizierte Dämonen pessimistischer Lethargie ritten und mordeten sie sich bis zu Beginn der siebziger Jahre durch mehr als 300 Genreproduktionen, bis das Publikum im schieren Übermaß ihrer immer perfideren Grausamkeiten zu ertrinken drohte.
In dieser Stunde höchster Not wies der ehemalige Kameramann Enzo Barboni den sehnlichst erhofften Ausweg aus dem Garten der Qualen. Mit seinen beiden Filmen DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS (1970) und VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJA (1971) fegte er den apokalyptischen Trübsinn mit entschlossener Leichtigkeit aus den Kinosälen heraus und sorgte im Western stattdessen für schallendes Gelächter. Anstelle pathetischer US-Pioniere oder heimtückischer Outlaws à la Leone traten nun plötzlich zwei völlig neuartige Leinwand-Helden auf den Plan, die das Genre revolutionierten und es zugleich an seinen Endpunkt führten. In parodistischem Affront kreisten Barbonis Filme um ein ungleiches Brüderpaar, das sich statt blutiger Shootouts lieber skurrile Wortgefechte und schwungvolle Cartoon-Schlägereien lieferte und dabei mit verspielt-naiver Situationskomik die Herzen von Millionen Zuschauern eroberte.
Für die Rollen des schelmischen, überdrehten Trinità und des bärbeißigen, grummelnden Bambino zog der Regisseur ein mehr als kurioses Darstellergespann aus dem Hut, das quasi über Nacht zu Europas führenden Leinwand-Stars avancierte: Unter ihren neuen Pseudonymen Terence Hill und Bud Spencer wurde aus dem ehemaligen Literatur-Studenten Mario Girotti und dem zweifachen Olympia-Schwimmer Carlo Pedersoli das erfolgreichste und populärste Schauspielduo des europäischen Nachkriegsfilms, das bis in die neunziger Jahre in insgesamt gemeinsamen siebzehn Filmen die Massen begeisterte. Darüber hinaus feierten beide auch in ihren Soloprojekten große Erfolge, sei es – wie Hill – als anonymer Wildwest-Taugenichts in MEIN NAME IST NOBODY (1973) oder – wie Spencer – als schlagkräftiger Polizei-Inspektor in SIE NANNTEN IHN PLATTFUSS (1973). Die von Barboni entwickelte Erfolgsformel variierten sie dabei im Laufe ihrer Karriere in den unterschiedlichsten Genres – vom Ritterfilm über die Polizeikomödie bis hin zu Science-Fiction und Fantasy.

Heute, mehr als vierzig Jahre nach ihrem Debüt, sind Bud Spencer und Terence Hill so populär wie eh und je. Während ersterer seine anspruchsvolle Rolle in Ermanno Olmis preisgekrönten Autorenfilm CANTANDO DIETRO I PARAVENTI (2003) zuletzt ebenso mühelos schulterte wie seinen kuriosen Gastauftritt in der deutschen Kino-Komödie MORD IST MEIN GESCHÄFT, LIEBLING (2009), erzielt letzterer nunmehr schon seit Jahren mit der kultigen Krimiserie DON MATTEO (2000ff.) absolute Traumquoten im italienischen Fernsehen.
Hierzulande sind die großen Komödien-Klassiker aus den siebziger und achtziger Jahren inzwischen längst zu massentauglichen Kultfilmen geworden, die als feste Größen des heimischen TV-Programms nach wie vor beachtliche Einschaltquoten garantieren. Unterstützt durch die sehr freien Dialog-Bearbeitungen des populären Synchronregisseurs Rainer Brandt, versprühen Titel wie SIE NANNTEN IHN MÜCKE (1977), DER SUPERCOP (1980) und VIER FÄUSTE GEGEN RIO (1984) auch gegenwärtig noch den Charme vergangener Zeiten – und sorgen inzwischen bei gleich mehreren Generationen für selige Kindheitserinnerungen.
Die vorliegende Publikation, die anlässlich Bud Spencers achtzigsten und Terence Hills siebzigsten Geburtstag im Jahr 2009 erscheint, liefert die erste filmhistorische Monographie über die beiden sympathischen Leinwand-Helden. In bewusster Abgrenzung zu oberflächlichen Trivial-Infos und sensationsgieriger Star-Reportage bemüht sie sich um eine Einordnung des Phänomens Spencer/Hill in den kulturhistorischen Kontext, untersucht die komischen Wirkungsprinzipien ihres dualistischen Spiels und stellt die wichtigsten Köpfe und Motive ihres filmischen Universums vor. In einem umfangreichen, bislang beispiellosen Anhang werden sämtliche Filme von Bud Spencer und Terence Hill mit Stabangaben, Inhalt und Kurzkritik vorgestellt. Ein eigenes Kapitel zur deutschen Verleih- und Synchrongeschichte rundet die Arbeit ab.

So urteilt die Presse:
"Ein unterhaltsam analytischer Ritt durch die Italo-Western-Geschichte, der die Commedia dell'arte streift und den Slapstick-Helden auch biografisch huldigt. Wer das nicht gut findet, bekommt ein Backpfeifengewitter!"
(Neue Braunschweiger Zeitung, Juli 2009)

"Fraglos ein Buch für Fans des Komikerduos, aber auch der geglückte Versuch, ein bisher ignoriertes kulturgeschichtliches Phänomen in seiner ganzen Bedeutung angemessen zu würdigen."
(www.digitaldvd.de, Juli 2009)

"'Die rechte und die linke Hand der Parodie' widmet sich dem Duo Spencer/Hill in einer umfassenden filmgeschichtlichen Monographie - bis hin zu einem 'Werke-Anhang', der keine Wünsche offen lässt."
(Hellweger Anzeiger, Juli 2009)

"Heger zeigt wunderbar ausführlich und außerordentlich gut nachvollziehbar, wie die zwei bärenstarken Typen Hill und Spencer in der Tradition von Stan Laurel und Oliver Hardy und von Arlecchino und Brighella aus der Commedia dell'arte stehen."
(www.kino-zeit.de, Juli 2009)

"Christian Heger (Jahrgang 1980) hat 2005 in Mainz seine Magisterarbeit zum Thema geschrieben, die jetzt als Buch erschienen ist. Das ist durchgängig gut lesbar, analytisch, zugeneigt, aber nicht unkritisch. [...] Ein besonderes Lob verdient die umfangreiche Filmografie, die auf siebzig Seiten kritische Annotationen zu den Filmen liefert sowie die verschiedenen deutschen Umtitelungen und disparaten Synchronfassungen auflistet."
(Filmbulletin 5/2009)

"Erfreulicherweise geht Heger zwar mit der gebotenen wissenschaftlichen Akkuratesse zu Werke, lässt aber in keinem Augenblick das Vergnügen vergessen, das die ureigentliche Qualität dieser beiden Unterhaltungs-Stars ausmacht. [...] Die Wirkungsweise und Ingredienzien ihrer Komik werden in dem reichhaltig [...] illustrierten Buch aufgezeigt bzw. dem Kinogänger von einst noch einmal aufs Vergnüglichste vor Augen geführt."
(Film-Dienst 17/2009)

"Übrig bleibt ein couragiertes Buch, dem man in jeder Zeile die Begeisterung des Autors für die Materie anmerkt und das dennoch nie auch nur annähernd in seichte Gefilde abzugleiten droht. Eine umfangreiche Filmographie, eine Aufstellung der immer wieder gern gesehenen Riege von Nebendarstellern und Infos zum deutschen Synchronteam um den genialen Rainer Brandt - ohne den der beachtliche Erfolg von Bud Spencer und Terence Hill im deutschen Sprachraum so sicherlich nicht möglich gewesen wäre - runden das Werk ab und machen es nicht nur für Hardcore-Fans empfehlenswert!"
(www.multimedia.slam-zine.de, August 2009)

"Dem Sujet ist die unprätentiöse, in jeder Hinsicht eingängige Schreibweise Hegers zuträglich. Ein unbestreitbarer Pluspunkt des Buches ist die ausführliche Filmübersicht im Anhang. Hier werden alle Kino- und Fernseharbeiten Spencer-Hills nebst Inhalts- und Stabangaben aufgelistet. Wer sich für die Western des Duos interessiert, der findet hier eine wahre Goldgrube an Informationen."
(Der Schnitt, August 2009)

"Ein äußerst informatives Werk: [...] Heger informiert kurz, aber fundiert über die Geschichte des Westerns und der Westernparodie. Anschließend beschreibt er, wie es zum Italo-Western kam und der Markt so schnell übersättigt war, dass selbst ein Meisterwerk wie 'Spiel mir das Lied vom Tod' in den USA kaum noch wahrgenommen wurde. Große Erfolge verzeichneten hingegen die Spaßwestern mit Terence Hill und Bud Spencer, mit denen sich Heger ausführlich beschäftigt [...] Eine umfassende Filmografie mit Kurzkritiken zu allen ansonsten nur beiläufig erwähnten Filmen rundet das gelungene, dann doch gar nicht so fachchinesisch geschriebene Werk ab."
(www.highlight-zone.de, Juli 2009)

"Das Buch von Christian Heger [...] ist wirklich sehr flott und frisch geschrieben, großartig lesbar, super recherchiert und ehrlich. Heger hat alles Mögliche zu Spencer und Hill recherchiert, sogar ihre TV-Serien-Auftritte, Interview-Sendungen, alte Zeitschriften-Interviews, neue Solo-Projekte usw. Den wiederkehrenden Nebendarstellern aus den Spencer/Hill-Filmen ist ein eigenes kurzes Kapitel gewidmet."
(www.tanelorn.net, Juni 2009)