I do not get rid of the ghosts  [MSM 80]
Imme Klages

Marburger Schriften zur Medienforschung [80]

284 Seiten, Paperback, einige Abb.
Oktober 2018
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ISBN 978-3-89472-843-4
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I do not get rid of the ghosts [MSM 80]

Zur Exilerfahrung in den Filmen Fred Zinnemanns: THE SEARCH (1948), THE NUN‘S STORY (1959) und JULIA (1977)

Im Fokus der Dissertation steht die Analyse von Zinnemanns Filmen THE SEARCH (DIE GEZEICHNETEN, 1948), THE NUN’S STORY (GESCHICHTE EINER NONNE, 1959) und JULIA (1977). Dabei untersucht die Autorin die geschilderten Exilerfahrungen des Regisseurs und damit die Verarbeitung dieser Thematik in seinen Filmen. Motive wie Identität, Verlust und Freundschaft im Exil werden herausgearbeitet.

Exil bedeutet; aus der Heimat, aus dem vertrauten Umfeld aus verschiedenen Gründen, wie politische Verfolgung und Krieg zu flüchten. Dabei bleibt grundsätzlich die Möglichkeit einer Rückkehr in das Vertraute.
Die Exilerfahrung in den 1930er- bis 1940er-Jahren des letzten Jahrhunderts, ausgelöst durch die nationalsozialistische Rassenpolitik und die Verfolgung von Andersdenkenden, war hingegen durch die Unmöglichkeit der Rückkehr und die Ermordung der zurückgebliebenen Angehörigen geprägt.
Es bedurfte Zeit, um mit dem Wissen über den Holocaust überhaupt umgehen zu können. Es gab keine psychologischen Beratungsstellen für die, die im Exil überlebt hatten, man war gezwungen allein mit der Trauer um die ermordeten Eltern und Verwandten zurechtzukommen. Die Verdrängung und die Konzentration auf die Arbeit, das eigene Kunstschaffen, war eine Möglichkeit für den Umgang mit der Katastrophe, die individuell bewältigt werden wollte.
Die Exilerfahrung ist neben der individuellen auch eine kollektive Erfahrung, die eine ganze Generation von Filmemachern betraf, die durch die nationalsozialistische antijüdische Gesetzgebung nicht mehr berechtigt waren in der deutschen Filmindustrie zu arbeiten.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern eine filmisch gestalterische Verarbeitung dieser Exilerfahrungen in der frühen Nachkriegszeit und darüber hinaus erfolgte. Dabei stehen jene Exilanten, die in der US- amerikanischen Filmbranche tätig waren und besonders Fred Zinnemann im Zentrum der Dissertation.

Im Anhang werden viele Originalbriefe wiedergegeben.

TESTIMONIALS

"Klages verschiebt das bisher entwickelte Interpretationsmuster von Zinnemanns Filmen weg von Kategorien wie Gewissen, Zivilcourage oder Antitotalitarismus hin zur Kategorie des Individuellen. Einen besonders wichtigen Beitrag für das filmwissenschaftliche Gedächtnis stellen ihre wertvollen Archiv- und Quellenarbeiten sowie die akribische übersetzung der Briefe von Zinnemanns Eltern aus dem Polnischen dar."
Ralf Heiner Heinke MEDIENwissenschaft 3/2019

 

Leseproben & Dokumente

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