Marseille! Eine Metropole im filmischen Blick
Daniel Winkler
288 Seiten, 50 Abb., 135 x 208 mm, Broschiert
Mai 2013
24,90 €
sofort lieferbar
ISBN 978-3-89472-860-1
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Marseille! Eine Metropole im filmischen Blick

Marseille, Europas Kulturhauptstadt 2013, ist als Filmstadt seit den Brüdern Lumière Teil der internationalen Filmgeschichte. Viele bekannte Regisseure haben Marseille zu einem prototypischen Ort des Kriminalfilms gemacht: 1959 beginnt Jean-Luc Godard Außer Atem mit einer klassischen Marseillereferenz. Ihm folgen neben Jean-Pierre Melville u.a. B-Movie-Regisseure wie William Friedkin, John Frankenheimer und Jacques Deray, die mit French Connection und Borsalino Filmgeschichte schreiben. Filmstars wie Jean-Paul Belmondo, Alain Delon, Gene Hackman und Yves Montand bevölkern die Kais der Partnerstadt Hamburgs – bis hin zu Götz Georges Tatortkommissar Schimanski und Jean-Claude Izzos Romanheld Fabio Montale.
Doch Marseille verfügt auch über eine eigene, bunte Filmtradition, die eng mit der Identität der Stadt verwoben ist und eine Art Gegenkanon bildet. Insbesondere vier Regisseure haben den urbanen Alltag und Wandel der Mittelmeermetropole über lange Strecken mit viel Leidenschaft festgehalten: Marcel Pagnols Marseiller Trilogie, Paul Carpitas Antikriegsfilme und René Allios Adaptationen von Bertolt Brechts und Anna Seghers’ Texten bilden das Zentrum eines lokalen accented cinema, das von einem anderen Frankreich erzählt. Sein heute bekanntester Vertreter ist zweifelsohne Robert Guédiguian, der Marseille Filme wie Marius und Jeannette, Die Stadt frisst ihre Kinder und jüngst Schnee am Kilimandscharo gewidmet hat.

TESTIMONIALS

„Das Verhältnis zwischen Marseille und Paris war stets von wechselseitigem Misstrauen geprägt. Die Machtansprüche des Zentrums stießen im Lauf der Jahrhunderte regelmäßig auf den rebellischen Geist der Peripherie. Daniel Winkler zeichnet diese Geschichte lebendig nach. Sein Buch wird damit über eine Filmanalyse hinaus zu seiner spannenden Kulturgeschichte der Stadt."
Brigitte Voykowitsch, Radio Österreich 1 (Buch der Woche)

„Eine solche, kulturwissenschaftlich orientierte Betrachtung der filmischen Repräsentationen der Stadt ist bisher zumal im deutschsprachigen Raum Desiderat geblieben. Diese Lücke füllt Winklers Studie auf kenntnisreiche, ja geradezu spannende Weise. (...)Winkler löst seinen Anspruch, eine Filmgeschichte Marseilles vorzulegen, ein, und bietet dem Leser nicht nur eine Fülle von Fakten über die Stadt selbst, sondern auch einen Überblick über die Vielfalt der sie thematisierenden Filme. Auch die im Anhang abgedruckte Filmografie Marseilles ist hilfreich und zeugt von den profunden Kenntnissen des Autors."
Cornelia Ruhe, Lendemains. Études comparées sur la France

„Daniel Winkler hat ein äußerst vielseitiges Werk vorgelegt, das kulturwissenschaftliche Ansätze erprobt und neue Forschungsfragen und Perspektiven entwirft. Das Buch bietet einen detaillierten Zugang zum regionalen Kino und eine differenzierte Annäherung an die Metropole Marseille. Auch für Nichtcineasten also eine lohnende Lektüre, die das wachsende Interesse an Hafenstädten und an der Mittelmeerregion spiegelt."
Kerstin Lange, H-SOZ-u-KULT

„Was der Leser in den Händen hält, ist eine ebenso kritische wie innige, für den deutschsprachigen Raum bisher einzigartige Stadtführung durch eine spannende kulturelle Grenzstadt Europas. Angesicht des im vergangenen September zugesprochenen Titels der Europäischen Kulturhauptstadt 2013 bleibt zu hoffen, dass diese Gelegenheit genutzt wird, um Marseille ebenso vielschichtig, ambivalent und faszinierend darzustellen, wie es Winkler mit seiner Arbeit gelungen ist."
Daniel Tödt, PhiN. Philologie im Netz

"(...) eine fundierte wie umfassende Annäherung an den Topos „Stadt im Film“. Die Studie ist eine gut recherchierte, engagierte Arbeit mit einer wohl strukturierten Biblio- wie Filmografie und einem hilfreichen Index. Winkler ist seinem Ziel, ein filmisches Marseille in seiner historischen, urbanen, filmgeschichtlich relevanten Größe in den Fokus zu rücken und in seiner Gänze zu erfassen, durchaus nahe gekommen. Während der allgemeine Teil eine ganze Reihe interessanter medienwissenschaftlicher wie auch kulturwissenschaftlicher Aspekte offenlegt, hinterfragt, sowie in spannenden Diskursen und Kontroversen verortet, sind die Filmbesprechungen, vor allem für KennerInnen des französischen Films und seiner Kultur-, Literatur- und Mediengeschichte, eine definitive Bereicherung."

MEDIENwissenschaft

Hier können Sie einen Beitrag von Daniel Winkler im Deutschlandradio lesen und hören

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