Lüders Liste
Ludger Fittkau
392 Seiten, 150 x 220 mm, zahlr Abb.
ersch. 1. Aufl., 1, Juli 2026
38,– €
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ISBN 978-3-7410-0302-8
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Lüders Liste

Ein linksliberales Hilfsnetzwerk für NS-Verfolgte

Anfang der 1950er Jahre überprüft der Westberliner Senat den Status „Verfolgte des Naziregimes“, den Marie-Elisabeth Lüders bereits seit 1946 innehat. Die Frauenrechtlerin und spätere FDP-Alters-präsidentin des Deutschen Bundestages legt in der dreimonatigen Frist, die ihr gewährt wird, eine Liste mit 30 Namen vor. Etliche Personen auf „Lüders Liste“ – viele stammen aus der Frauenbewegung und der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) der Weimarer Republik – bezeugen, dass Lüders während der NS-Zeit Jüdinnen und Juden versteckt und außer Landes gebracht hat. Bezeugt wird überdies, dass „Demo-Lisbeth“, wie ihre Freunde sie auch nannten, NS-Gegner noch in ihren Todeszellen besuchte, obwohl sie selbst bereits mehrere Monate in Gestapo-Haft gesessen hatte. Enge Kontakte pflegte Lüders auch zu maßgeblichen Akteuren des zivilen Flügels des 20. Juli 1944. „Lüders Liste“, die bis jetzt unentdeckt war, führt auf die Spur eines weitreichenden linksliberalen Hilfsnetzwerks für NS-Verfolgte. Eine Schlüsselperson dieses Netzwerks stammt aus Hessen: Ernst von Harnack, in Marburg geboren und später Landrat in Bad Hersfeld, bevor er während der NS-Zeit gegen Hitler konspiriert und dafür schließlich hingerichtet wurde.

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