DDR – Erinnern, Vergessen
Tobias Ebbrecht, Hilde Hoffmann, Jörg Schweinitz
352 Seiten, 100 Abb., 155 x 225 mm
August 2009
29,90 €
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ISBN 978-3-89472-687-4
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DDR – Erinnern, Vergessen

Das visuelle Gedächtnis des Dokumentarfilms

Schon in den Entstehungsjahren der DDR dienten Dokumentarfilme der Identitätsstiftung und ideologischen Selbstversicherung, sie propagierten eine neue Gesellschaft und konstruierten die dazu passenden Geschichtsbilder. Später reflektierten Filme dieser Gattung in genauer Beobachtung das widersprüchliche Leben im real existierenden Sozialismus und hielten zuletzt das Scheitern des zweiten deutschen Staates fest. Heute erinnern Dokumentarfilme über die DDR an eine verschwundene Gesellschaft und an Biographien, die von ihr geprägt worden sind. Als Gedächtnismedium bewahren sie Vergessenes und fordern zu einem Erinnern heraus, das sich an den gängigen Formeln reibt.

Der vorliegende Band beschäftigt sich mit Dokumentarfilmen aus der und über die DDR, aber auch über deren Nachleben als Teil des visuellen Gedächtnisses. Bekannte und nahezu vergessene Filme werden neu betrachtet, wobei Fragen nach ästhetischen Profilen, nach den großen und den feinen Unterschieden im Spiel zwischen Ideologie und Realitätssuche und nach den Wandlungen der Geschichte ebenso nachgegangen wird wie den Möglichkeiten und Grenzen des dokumentarischen Erinnerns.

TESTIMONIALS

„[Die Beiträge] beiten einen derart vielschichtigen Überblick über den DDR-Dokumentarfilm in seinen diversen Facetten, ergänzt durch eine umfangreiche Literaturliste, dass das im Marburger Schüren Verlag erschienene Buch durchaus das Zeug zum Standardwerk hat. Es vereint historische , filmwissenschaftliche , archivarische und gedächtnistheoretische Ansätze, ohne sich dabei thematisch zu verzetteln; im Gegenteil ergänzen die Untersuchungsschwerpunkte einander gut, enthalten Querverweise und folgen (...) einer gewissen Dramaturgie des editorischen Konzepts. Wer das Buch von Anfang bis Ende liest, lernt viel über Gedächtnisforschung und narrative Strukturen des Dokumentarfilms, über das Filmschaffen der DDR und das Schicksal ihrer Akteure nach dem Fall der Mauer sowie über eine alternative Erzählung der deutsch-deutschen Geschichte. Vor allem aber bietet es den Einstieg in ein filmisches Universum, das in seiner Sperrigkeit wohl nie zum Hauptinteresse der Wissenschaft aufsteigen wird, in dem es aber umso mehr zu entdecken gibt: ‚das unbrauchbare, obsolet und fremd gewordene identitätsabstrakte Sachwissen', schreibt Hilde Hoffmann, ‚aber auch das Repertoire verpasster Möglichkeiten und alternativer Optionen [...]. In diesem Sinne dienen die Dokumentarfilme der Gegenerinnerung und können so möglicherweise für zukünftige Aufbrüche von Interesse sein.'"  der Schnitt

"Bermerkenswert an diesem Buch ist die für einen Sammelband überraschend weitreichende Kohärenz. (...) Die Anstrengung der Herausgeber, die einzelnen Beiträgerinnen und Beiträger zumindest zur Auseinandersetzung mit einem gemeinsamen theoretischen Modell zu verpflichten, isz unbedingt anerkennenswert: Sie macht diesen Sammelband zu einem Themenband im besten Sinn. (...) Das Buch bietet einen durchweg profunden Überblick über die Geschichte des Dokumentarfilms in der DDR, nach der DDR und über die DDR. (...) Ein exzellent lesbarer Band auf der Höhe der wissenschaftlichen Aneignung visuell-kulturellen Erinnerns an die DDR."

Henning Wrage [Univ. of Wisconsin-Madison], Monatshefte

 

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